{"id":61,"date":"2015-07-28T22:28:02","date_gmt":"2015-07-28T20:28:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tus-hornau.de\/web\/?page_id=61"},"modified":"2015-07-28T22:28:02","modified_gmt":"2015-07-28T20:28:02","slug":"chronik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.tus-hornau.de\/web\/chronik\/","title":{"rendered":"Chronik"},"content":{"rendered":"<p>Im August des Jahres 1886 taten sich 27 turnbegeisterte M\u00e4nner in Hornau   zusammen und gr\u00fcndeten einen Turnverein. Die Gr\u00fcnder setzten sich aus   nachstehenden Turnern zusammen:<\/p>\n<p>    Auszug der Einnahmen- und Ausgabenaufstellung 1986 und den Gr\u00fcndungsmitgliedern:<\/p>\n<p>    Math. Menke, Philipp Sch\u00e4fer, Peter M\u00fcller, Peter Schauer, Peter Schmidt I, Johann Wiegemann,<br \/>\n    Bern-hardt Schmitt, Konrad Menke, Martin Schmidt I, Peter Bender, Johann Steyer I,<br \/>\n    Peter Steyer I, Martin Schmitt II, Konrad M\u00fcller, Wilhelm Steyer, Peter Wittekind, Joh. Kopp,<br \/>\n    Franz Wittekind, Joseph Herrmann, Fritz Wallauer, Peter Herrmann, Peter L\u00f6w, Johann L\u00f6w,<br \/>\n    Johann Steyer II, Peter Schmitt II, Bernhard Bender, Georg Stephan<\/p>\n<p>  Was sich daraus im Laufe vieler Jahrzehnte, \u00fcber politische und gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen hinweg, entwickelte, ist die Geschichte der Turn- und Sportfreunde Hornau. In W\u00fcrdigung aller, die an dieser Entwicklung Teil hatten, geben wir nachstehend eine chronologische \u00dcbersicht, entnommen alten Aufzeichnungen und m\u00fcndlichen \u00dcberlieferungen.<\/p>\n<p>  Die ersten Jahre dieses neugegr\u00fcndeten und neuartigen Vereins waren zweifellos gepr\u00e4gt durch gro\u00dfe Opferbereitschaft. Der Idealismus, von den Mitgliedern unvermeidlich aufzubringen, erstreckt sich von der Beschaffung der einfachsten Turnger\u00e4te bis zur Herrichtung eines Turnplatzes. In diesen Jahren fanden die Sportler nicht die gesellschaftliche Anerkennung, die ihnen in der heutigen Zeit selbstverst\u00e4ndlich ist. Von vielen noch bel\u00e4chelt, mu\u00dfte sich ein Verein ohne Unterst\u00fctzung durch kommunale und \u00fcberregionale K\u00f6rperschaften durch Eigeninitiative erhalten. Unsere kleine Gruppe von Idealisten fand aber f\u00fcr viele anstehende Probleme und Belange Eigenl\u00f6sungen.<\/p>\n<p>  Auch in vielen anderen Gemeinden entstanden zu dieser Zeit die ersten Anf\u00e4nge von Turngemeinschaften. Die Vereine suchten Kontakt zueinander, und bald wurden so die ersten Sportfeste veranstaltet. Sie fanden auf einfach hergerichteten Festwiesen statt. Viele der damals ausgetragenen Disziplinen sind heute kaum noch bekannt, so zum Beispiel Steinsto\u00dfen, Sprung aus dem Stand und anderes. Diese Feste nahmen nach und nach Volksfestcharakter an und erfreuten sich bei der Bev\u00f6lkerung steigender Beliebtheit.<\/p>\n<p>  Der eigentliche Sport wurde damals aber nur von jungen M\u00e4nnern im Wettkampfalter betrieben. Was wir heute unter dem Begriff Breitensport verstehen, Kinderturnen, Damengymnastik oder Sport f\u00fcr \u00e4ltere Menschen, war damals nicht nur unbekannt, sondern einfach unvorstellbar.<\/p>\n<p>  1887 trat der Verein dem Untertaunusbund bei. In den folgenden Jahren fanden die ersten Beteiligungen an Turnplatzeinweihungen in der n\u00e4heren Umgebung statt. Bei den Wetturnieren in Bad Soden, Hattersheim und Kriftel wurden die ersten Siege errungen. Die Sieger wurden unter Anteilnahme der gesamten Ortseinwohner immer geb\u00fchrend gefeiert.<\/p>\n<p>  Beim 3. Verbandsturnfest des Obertaunusverbandes in Kelkheim im August 1889 waren unsere Turner auch erfolgreich.<\/p>\n<p>  1891 fand in Weilbach das 6. Bundesfest statt, bei dem wieder einige aktive Turner Siege erringen konnten.<\/p>\n<p>  1893 gr\u00fcndete unser Turnverein einen Spielmannszug. Er bestand aus einem Stabsf\u00fchrer, 2 Trommlern, 3 Hornisten und 3 Fl\u00f6tenspielern.<\/p>\n<p>  In den folgenden Jahren bis zur Jahrhundertwende herrschte ein reger Turnbetrieb. Fast alle Turnfeste der n\u00e4heren Umgebung wurden besucht, ebenso die angesetzten Vorturnstunden. Das An- und Abturnen in jedem Jahr innerhalb des Vereins brachte neue Mitglieder. Nachdem die Turnstunden in den ersten Jahren meist am Sonntagvormittag stattfanden, wurde 1895 beschlossen 2 mal in der Woche und zwar Dienstags und Freitags 20:00 Uhr dieselben durchzuf\u00fchren. Im Sommer fand der Turnbetrieb auf dem Turnplatz und in den Wintermonaten im Saal von Johann Neuhaus statt.<\/p>\n<p>  1896 beschlossen die Mitglieder eine Vereinsfahne anzuschaffen und noch im gleichen Jahre konnte diese eingeweiht werden. Im gleichen Jahr ist die Anschaffung eines Recks und eines Barrens verzeichnet.<\/p>\n<p>                               1986 restaurierte Vereinsfahne<\/p>\n<p>  1897 fand am 18. Juli das Bundesturnfest in Falkenstein (\u00dcbungen waren: Freiweit, Stabhochsprung, Stemmen, Reck und Barren) statt. Von hier kehrten unsere Turner erfolgreich heim.<\/p>\n<p>  1901 war der Spielmannszug auf 10 Mann angewachsen.<\/p>\n<p>  1903 erfolgte der \u00dcbertritt zur Deutschen Turnerschaft. Aus dem Untertaunusbund wurde nun der Untertaunusgau.<\/p>\n<p>  1904 startete das erste Gauturnfest in Marxheim, auf dem auch unsere Turner vertreten waren. Von Jahr zu Jahr ging es nun im Verein aufw\u00e4rts. Die Mitgliederzahl war bereits auf 45 gestiegen.<\/p>\n<p>  Ein erster, wirklich gro\u00dfer H\u00f6hepunkt im Vereinsleben war das Gauturnfest am 21. Juni 1907 hier in Hornau, das neben dem gro\u00dfen turnerischen Ereignis vor allen Dingen auch ein finanzieller Erfolg war. Der erzielte Reingewinn wurde zur Anschaffung von Turnger\u00e4ten, vor allen Dingen einem Pferd, verwendet.<\/p>\n<p>  1911 wurde der Turnbetrieb vom Turnplatz auf dem Texas auf den Turnplatz am St\u00fcckes, inzwischen k\u00e4uf-lich erworben, verlegt. Im gleichen Jahr konnte das 25j\u00e4hrige Jubil\u00e4um des Vereins in gro\u00dfem Rahmen begangen werden.<\/p>\n<p>  Beim Gauturnfest 1912 in Unterliederbach erzielten unsere aktiven Turner wieder beachtliche Erfolge. Beim Festzug erntete unser Spielmannszug lebhaften Beifall.<\/p>\n<p>  Das f\u00fcr 1914 geplante Gauturnfest in Fl\u00f6rsheim konnte durch den Ausbruch des<br \/>\n  1. Weltkrieges nicht mehr zur Ausf\u00fchrung kommen. Fast alle unsere aktiven Turner wurden eingezogen, der gesamte Turnbetrieb mu\u00dfte eingestellt werden.<\/p>\n<p>  Nach dem Krieg waren Turnstunden und Versammlungen durch die damalige<br \/>\n  Besatzungsmacht verboten. Trotz des Druckes der Franzosen fanden sich wieder begeisterte Turner zusammen und Ende des Jahres 1919 z\u00e4hlte der Verein bereits wieder 60 Mitglieder.<\/p>\n<p>  1921 fand das Gauturnfest in Okriftel statt, bei dem wir uns wieder mit einer beachtlichen Zahl von aktiven Turnern beteiligen konnten.<\/p>\n<p>  1922 gr\u00fcndete unser Verein die erste Sch\u00fclerabteilung, zu der damals 26 Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen z\u00e4hlten.Inflation und Arbeitslosigkeit lasteten damals schwer auf dem Vereins- und Wirtschaftsleben.<\/p>\n<p>  Erst im Jahre 1925 fand wieder eine volle Entfaltung des Turnbetriebes statt. Auch wurde in diesem Jahr eine Frauenriege ins Leben gerufen. Unter der Leitung des Turnlehrers Sauer aus Griesheim wurden neben volkst\u00fcmlichen sowie Ger\u00e4te\u00fcbungen vor allem der Volkstanz gepflegt. Die neu gegr\u00fcndete Faustballmannschaft konnte in den sp\u00e4teren Jahren manches Turnier erfolgreich bestreiten.<\/p>\n<p>                           TuS Hornau beim 40j\u00e4hrigen Bestehen am 25. Mai 1926<\/p>\n<p>  1926 wurde der Turnplatz an der Rotlintallee von Valentin M\u00fcller gekauft und das angrenzende Grundst\u00fcck des Mitgliedes Bernhard M\u00fcller im Tausch mit dem Turnplatz im St\u00fcckes gepachtet. Im Mai dieses Jahres fand auf dem neuen Turnplatz das 40j\u00e4hrige Jubil\u00e4um statt. Auf diesem Fest konnten wir zum ersten Male unseren sp\u00e4teren Ehrenvorsitzenden Herrn Dr. Richard Weidlich als Ehrengast begr\u00fc\u00dfen. Er geh\u00f6rte nun ununterbrochen bis zu seinem Tode im Februar 1960 als Ehrenvorsitzender unserem Vereine an. Das Fest war f\u00fcr unseren Verein in turnerischer und finanzieller Hinsicht ein gro\u00dfer Erfolg.<\/p>\n<p>  Im April 1928 konnte eine Lagerhalle aus Heeresbest\u00e4nden durch unser<br \/>\nbeauftragtes Mitglied Konrad Herrmann f\u00fcr den Verein k\u00e4uflich erworben werden. Mit gro\u00dfer Begeisterung der Mitglieder wurde in Selbsthilfe der Rohbau zur Vereinsturnhalle an der Rotlintallee erstellt. Schon am 8. August konnte in der neu errichteten Halle das Gr\u00fcndungsfest der freiwilligen Feuerwehr stattfinden. Beim Gauturnfest im Juli 1928 in Lorsbach nahm der Verein wieder teil. Bei allen Kinderturnfesten erzielten unsere Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen beachtliche Siege.<\/p>\n<p>  Der Ausbau der Halle wurde in den Jahren 1929 \u2013 1930 weiter betrieben. Den Abschlu\u00df bildete die Verlegung des Parkettbodens, der nun endlich einen<br \/>\neinwandfreien Turnbetrieb in einer Halle erm\u00f6glichte.<\/p>\n<p>  Bei einem Mannschaftskampf 1931 um die Dr. Richard Weidlich Plakette, beteiligten wir uns neben Turnverein Lorsbach, Fl\u00f6rsheim und Neuenhain.<\/p>\n<p>  Die politischen Umw\u00e4lzungen brachten auch auf sportlichem Gebiet einschneidende Ver\u00e4nderungen. Aus dem fr\u00fcheren Kreis Mittelrhein wurde der Gau \u201eS\u00fcdwest\u201c. Das erste Gaufest fand als Saarbefreiungsturnfest im August 1935 in Saarbr\u00fccken statt.<\/p>\n<p>                              Die siegreiche Turnriege im Jahre 1929<\/p>\n<p>  Im Jubil\u00e4umsjahr 1936 war die Mitgliederzahl auf rund 100 angewachsen. Das 50j\u00e4hrige Stiftungsfest fand im kleinen Rahmen statt.<\/p>\n<p>  Am 26. Mai 1938 fanden zum ersten Male die Lorsbachtal-Kampfspiele statt, bei denen auch einige Turner unseres Vereins einen Eichenkranz erringen konnten.<\/p>\n<p>  In den Jahren bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde an vielen Wettk\u00e4mpfen teilgenommen, viele Siege errungen, und das Vereinsleben war insgesamt gesehen sehr lebhaft. Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges im Jahre 1939 erlahmte jedoch das aktive Vereinsleben. Der Gro\u00dfteil der aktiven Turner wurde eingezogen. Im Jahre 1942 wurde schlie\u00dflich jeglicher Turnbetrieb eingestellt, da die Turnhalle auf Anordnung der Wehrmacht zur Unterbringung von Ostarbeitern verpachtet wurde.<\/p>\n<p>  Bereits im Jahre 1913 wurde Hornau ein zweiter sporttreibender Verein gegr\u00fcndet, der sich Fu\u00dfball-Club Hornau nannte. Der FC Hornau widmete sich haupts\u00e4chlich dem damals neuen Fu\u00dfballsport. Die ersten Fu\u00dfballspiele fanden auf dem Rettersacker, einem fr\u00fcheren Hornauer Besitztum in der heutigen Gemarkung Schneidhain, statt. Sp\u00e4ter wurden auch auf den St\u00fcckes-Wiesen Fu\u00dfballspiele ausgetragen. Interessant ist, von alten Hornauern zu h\u00f6ren, dass es Engl\u00e4nder waren, die den Fu\u00dfballsport nach Kelkheim brachten.<\/p>\n<p>                          Die ersten Spieler des Fu\u00dfball-Clubs Hornau 1915.<\/p>\n<p>           Von Links, obere Reihe: Anton Stephan, Karl Grimm, Niko-laus Schmitt, Johann Blei,<br \/>\n        Wilhelm Caspari, Johann Witte-kind, Johann M\u00fcller, Fritz Steyer, Mathias Leuschner<\/p>\n<p>         Untere Reihe: Jakob Dietrich, Philipp Borsch, Peter M\u00fcller, Georg Steyer und Wilhelm Blei<\/p>\n<p>  Vor dem 1. Weltkrieg befand sich n\u00e4mlich in der fr\u00fcheren Villa Am Taunusblick ein englisches Kurheim, in dem wohlhabende Engl\u00e4nder ihre Ferien verbrachten. Dort sah man zum ersten Mal dem Fu\u00dfball zu. Die Jungen waren so begeistert davon, dass in Kelkheim und Fischbach bereits im Jahre 1912 Fu\u00dfballvereine entstanden. Die Freude am Fu\u00dfballspiel w\u00e4hrte jedoch nur kurz. Durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges im Jahre 1914 kam s\u00e4mtlicher Spielbetrieb zum Erliegen.<\/p>\n<p>  Nach dem Weltkrieg wurde von den Fu\u00dfballern im Jahre 1919 mit dem Neubau eines Sportplatzes Am Reis begonnen. Der Platz wurde in Selbsthilfe und in<br \/>\nHandarbeit so hergerichtet, da\u00df er im Jahre 1921 unter lebhafter Anteilnahme der Bev\u00f6lkerung seiner Bestimmung \u00fcbergeben werden konnte.<\/p>\n<p>  Nach Beendigung des 2. Weltkrieges im Jahre 1945 mu\u00dfte die Turnhalle zur<br \/>\nUnterbringung von Heimatvertriebenen zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Auf<br \/>\nGrund einer Verf\u00fcgung der damaligen Besatzungsmacht wurde der Name<br \/>\nTurnverein verboten und es durfte in unserem Stadtteil Hornau nur noch ein<br \/>\nsporttreibender Verein sein.<\/p>\n<p>  So kam es 1946 zu der Zusammenlegung des Turnvereins mit dem Fu\u00dfball-Club<br \/>\nzum heutigen Verein der Turn- und Sportfreunde Hornau.<\/p>\n<p>  In den darauffolgenden Jahren war das Bem\u00fchen um eine sportliche Aktivierung sehr erschwert, fehlte es doch an allem. Die Turnhalle in der Rotlintallee diente zun\u00e4chst lange Zeit der Unterbringung von Fremdarbeitern und wurde danach noch jahrelang zur Unterbringung von Fl\u00fcchtlingen verwendet. Im fu\u00dfballerischen Bereich fehlte es neben Trikots, Hosen, Stutzen vor allem an geeignetem Schuhwerk. Es dauerte doch Jahre, bis sich wieder Gruppen gebildet hatten, die unter den noch immer schwierigen Umst\u00e4nden eine sportliche Belebung zu erreichen suchten.<\/p>\n<p>  Auch eine Mandolinengruppe bildete sich in diesen Jahren bei der TuS Hornau. Im Jahre 1947 machte sie einen Ausflug zur Saalburg bei Bad Homburg v. d. H\u00f6he.<\/p>\n<p>  Unter der r\u00fchrigen Leitung unseres Schriftf\u00fchrers Erich Feicht wurde 1949 eine Theatergruppe ins Leben gerufen, die in den folgenden Jahren recht beachtliche Theaterst\u00fccke auff\u00fchrte, die in der n\u00e4heren und weiteren Umgebung gro\u00dfen Anklang fanden.<\/p>\n<p>  Im gleichen Jahre konnte die alte Radfahrabteilung wieder neu gegr\u00fcndet werden. Sie erzielte unter der umsichtigen Leitung von Turnbruder Karl Leicht in den n\u00e4chsten Jahren sch\u00f6ne Erfolge und versch\u00f6nerte durch ihre Darbietungen manche Veranstaltung.<\/p>\n<p>  Unsere Fu\u00dfballmannschaften hatten einen ersten gro\u00dfen Erfolg im Jahre 1951, in dem sie Meister der B-Klasse wurden und damit in die A-Klasse aufstiegen. 1953 konnte das 50-j\u00e4hrige Fu\u00dfballjubil\u00e4um mit einer Fu\u00dfball-Werbewoche festlich begangen werden.<\/p>\n<p>  Das Jahr 1961 stand ganz im Zeichen des 75j\u00e4hrigen Vereinsjubil\u00e4ums. In der Zeit vom 29. bis 31. Juli fand auf dem Festplatz an der Turnhalle Hornau die 3-t\u00e4gige Festveranstaltung statt. Getreu seiner stolzen Tradition hat der Turnverein 1886 Hornau stets auf dem Gebiet der Leibeserziehung und der Jugendert\u00fcchtigung fruchtbar und erfolgreich im Sinne von Turnvater Jahn gewirkt.<\/p>\n<p>  1964 konnte auch der Ausbau unseres Sportplatzes Am Reis in Angriff genommen werden. Erstmalig war es unseren Fu\u00dfballern m\u00f6glich, nach einem Spiel eine Duschanlage in Anspruch zu nehmen. Mit dem Bau eines Lehrschwimmbeckens wurde der geplante Ausbau um eine weitere Einrichtung bereichert und f\u00fchrte im Verein zu einem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Betrieb. Die Mitgliederzahl stieg sprunghaft in die H\u00f6he. Es gab zu dieser Zeit in Kelkheim nur in diesem kleinen Lehrschwimmbecken, urspr\u00fcnglich gedacht f\u00fcr den Verein von ca. 200 Mitgliedern, eine Gelegenheit, das Schwimmen zu erlernen. Zur Einweihung des Schwimmbades des TuS Hornau e.V. am Reis 1967 gestaltete die Kunstradgruppe am Schwimmbad eine Vorf\u00fchrung.<\/p>\n<p>  Damit hatten und haben wir neben der alten Vereinshalle an der Rotlintallee, die wir zwischenzeitlich ebenfalls renovierten und in der sich unsere Abteilung Tischtennis sehr stark entwickelte, eine Turnhalle und ein gut ausgebautes Sportgel\u00e4nde Am Reis zur Verf\u00fcgung. Eine Flutlichtanlage, die wiederum in Selbsthilfe erstellt wurde, machte es auf dem Sportgel\u00e4nde m\u00f6glich, auch in den Abendstunden zu trainieren.<\/p>\n<p>  Der Verein der Turn- und Sportfreunde Hornau hat in den vergangenen Jahren eine au\u00dfergew\u00f6hnlich gute Entwicklung erlebt. Der Vorstand, der besonderen Wert auf den Breitensport legt, wurde in seinen Bem\u00fchungen auch durch die allgemein propagierte Bewegung des Trimmens und der Freizeitgestaltung mit Sport unterst\u00fctzt. Gerade in dieser Zeit wurde von vielen unserer Mitb\u00fcrger erkannt, dass Sport nicht nur Leistungssport sein muss, sondern, spielerisch betrieben, auch f\u00fcr Jugendliche und \u00e4ltere Menschen von gro\u00dfer Bedeutung ist. So entstanden im Verlauf der Jahre Abteilungen wie Fu\u00dfball, Basketball, Volleyball, Tischtennis, Kinderturnen, Damen- und Herrengymnastik u.a., in denen auf breiter Basis und in allen Altersklassen Sport betrieben wird. Aus dieser Breite hat sich, fast unvermeidlich, in allen Abteilungen eine erstaunliche Leistungsspitze entwickelt.<\/p>\n<p>  Durch den enormen Betrieb auf unserer Sportanlage konnte es nicht ausbleiben, dass im Jahre 1921 in Selbsthilfe erstellte Spielfeld der gro\u00dfen Belastung nicht mehr standhielt. So versuchten wir, gemeinsam mit der st\u00e4dtischen K\u00f6rperschaft, eine f\u00fcr alle tragbare L\u00f6sung zu finden. Beim Magistrat und den Stadtverordneten der Stadt Kelkheim wurde in vielen Gespr\u00e4chen die \u00dcberzeugung gewonnen, da\u00df die Schaffung eines Hartplatzes, wie er heute in vielen Gemeinden gebaut wird, auch f\u00fcr uns die rechte L\u00f6sung sei. Der Ausbau \u2013 im Jahre 1975 begonnen \u2013 konnte, programmgem\u00e4\u00df bis zu unserer Festwoche aus Anla\u00df des 90j\u00e4hrigen Bestehens des Vereins, am 5. Juni 1976, fertiggestellt werden. Am 14. April 1977 begann man mit dem Abriss der Turnhalle in der Rotlintallee. Leider wurde bis heute noch kein gleichwertiger Ersatz, trotz gr\u00f6\u00dfter Bem\u00fchungen seitens des Vorstandes und der Stadt Kelkheim, gefunden.<\/p>\n<p>                                  Die neue Vereinsfahne zum 100j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um<\/p>\n<p>  Im Jahre 1986 standen schwierige Verhandlungen mit Vertretern der Stadt Kelkheim auf dem Programm, bis der Verkauf des Grundst\u00fcckes der alten Turnhalle in Hornau \u2013 auch nach Einberufung und Abstimmung einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung \u2013 unter Dach und Fach war. In diesem Jahr wurde zusammen mit der SG Kelkheim das 100-j\u00e4hrige Vereinsjubil\u00e4um gefeiert.<\/p>\n<p>  Mit dem Ertrag aus dem Grundst\u00fccksverkauf, Zusch\u00fcssen der \u00f6ffentlichen Hand und zahlreichen Mitgliederspenden wurde ab 1987 der Erweiterungsbau des Clubheims betrieben; ein Geb\u00e4ude, das zur Landschaft passen sollte. Mit viel Holz, Rauhputz und Glas sollte gearbeitet werden und ein rotes Ziegeldach schon von weitem zu sehen sein. Doch ganz so einfach und vor allen Dingen so schnell ging die Sache nicht \u00fcber die B\u00fchne. Bereits seit Ende der 70er Jahre hat die TuS Hornau mit der Stadt Kelkheim \u00fcber Erweiterung und Neubau des Hauses verhandelt. Doch immer wieder standen schier un\u00fcberwindliche Probleme im Weg. Dann war es<br \/>\nsoweit: \u201eMit dem neuen Vorsitzenden Wolfgang Zengerling konnte Einigkeit \u00fcber das Bauprogramm erzielt werden\u201c, betonte B\u00fcrgermeister Dr. Winfried Stephan bei der Pressekonferenz. Im Detail sollen die Sportler beim Duschen und Umkleiden k\u00fcnftig mehr Platz haben. An gr\u00f6\u00dfere Aufenthaltsr\u00e4ume ist ebenso gedacht wie an neue WC-Anlagen. Die sportlich-funktionellen R\u00e4ume (Ger\u00e4te- und Gymnastikraum) sollen auch gr\u00f6\u00dfer und sch\u00f6ner werden.<\/p>\n<p>  Am 1. Juli 1988 wurde unter der Teilnahme zahlreicher Prominenz und vieler Mitglieder die Einweihung eines Geb\u00e4udes gefeiert, das in Art und Ausstattung in n\u00e4herer und weiterer Umgebung wohl ohne Beispiel ist.<\/p>\n<p>                                      In Betrieb genommenes neues Clubheim<\/p>\n<p>  1989 stand die Erneuerung des Fu\u00dfball-Hartplatzes an, kein leichtes Unterfangen angesichts sich langsam leerenden \u00f6ffentlichen Kassen, aber auch diese Aufgabe wurde gemeistert. Auch die Tennisspieler kamen nicht zu kurz, ihre Pl\u00e4tze wurden 1990 mit Kunstrasen und Quarzandf\u00fcllung belegt, und gegen eine geringe Geb\u00fchr k\u00f6nnen alle Vereinsmitglieder und auch ihre G\u00e4ste den wei\u00dfen Sport betreiben. An den Nachwuchs wurde ebenfalls gedacht, als 1991 der Kinderspielplatz \u00fcberholt und mit neuen Spielger\u00e4ten ausgestattet wurde. Zur besseren Orientierung bei Dunkelheit wurde 1992 eine neue Zuweg- und Parkplatzbeleuchtung installiert.<\/p>\n<p>  Eine nicht billige Angelegenheit war im Jahre 1993 die Umstellung von Propan- auf Erdgas im Clubheim, ebenso wie die Erneuerung der Flutlichtanlage f\u00fcr die Hart-, Basketball- und Tennispl\u00e4tze. Im gleichen Jahr wurde in Eigenhilfe die alte Flutlichtanlage des Rasenplatzes entsorgt. 1995 wurde mit hohen Kosten das Schwimmbad komplett erneuert und erfreut sich in den Sommermonaten nach wie vor gro\u00dfer Beliebtheit bei jung und alt.<\/p>\n<p>  Im 111. Jubil\u00e4umsjahr, in dem der Verein mehr als 1700 Mitglieder z\u00e4hlte, schauen wir mit Optimismus in die Zukunft und hoffen, da\u00df der Verein \u2013 gerade auch durch die Arbeit engagierter Vorstandsmitglieder \u2013 seinen angemessenen Platz im kulturellen, sozialen und sportlichen Leben der Stadt Kelkheim behalten und zum Wohle seiner Mitglieder ausbauen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im August des Jahres 1886 taten sich 27 turnbegeisterte M\u00e4nner in Hornau zusammen und gr\u00fcndeten einen Turnverein. 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