Chronik

Im August des Jahres 1886 taten sich 27 turnbegeisterte Männer in Hornau zusammen und gründeten einen Turnverein. Die Gründer setzten sich aus nachstehenden Turnern zusammen:

Auszug der Einnahmen- und Ausgabenaufstellung 1986 und den Gründungsmitgliedern:

Math. Menke, Philipp Schäfer, Peter Müller, Peter Schauer, Peter Schmidt I, Johann Wiegemann,
Bern-hardt Schmitt, Konrad Menke, Martin Schmidt I, Peter Bender, Johann Steyer I,
Peter Steyer I, Martin Schmitt II, Konrad Müller, Wilhelm Steyer, Peter Wittekind, Joh. Kopp,
Franz Wittekind, Joseph Herrmann, Fritz Wallauer, Peter Herrmann, Peter Löw, Johann Löw,
Johann Steyer II, Peter Schmitt II, Bernhard Bender, Georg Stephan

Was sich daraus im Laufe vieler Jahrzehnte, über politische und gesellschaftliche Veränderungen hinweg, entwickelte, ist die Geschichte der Turn- und Sportfreunde Hornau. In Würdigung aller, die an dieser Entwicklung Teil hatten, geben wir nachstehend eine chronologische Übersicht, entnommen alten Aufzeichnungen und mündlichen Überlieferungen.

Die ersten Jahre dieses neugegründeten und neuartigen Vereins waren zweifellos geprägt durch große Opferbereitschaft. Der Idealismus, von den Mitgliedern unvermeidlich aufzubringen, erstreckt sich von der Beschaffung der einfachsten Turngeräte bis zur Herrichtung eines Turnplatzes. In diesen Jahren fanden die Sportler nicht die gesellschaftliche Anerkennung, die ihnen in der heutigen Zeit selbstverständlich ist. Von vielen noch belächelt, mußte sich ein Verein ohne Unterstützung durch kommunale und überregionale Körperschaften durch Eigeninitiative erhalten. Unsere kleine Gruppe von Idealisten fand aber für viele anstehende Probleme und Belange Eigenlösungen.

Auch in vielen anderen Gemeinden entstanden zu dieser Zeit die ersten Anfänge von Turngemeinschaften. Die Vereine suchten Kontakt zueinander, und bald wurden so die ersten Sportfeste veranstaltet. Sie fanden auf einfach hergerichteten Festwiesen statt. Viele der damals ausgetragenen Disziplinen sind heute kaum noch bekannt, so zum Beispiel Steinstoßen, Sprung aus dem Stand und anderes. Diese Feste nahmen nach und nach Volksfestcharakter an und erfreuten sich bei der Bevölkerung steigender Beliebtheit.

Der eigentliche Sport wurde damals aber nur von jungen Männern im Wettkampfalter betrieben. Was wir heute unter dem Begriff Breitensport verstehen, Kinderturnen, Damengymnastik oder Sport für ältere Menschen, war damals nicht nur unbekannt, sondern einfach unvorstellbar.

1887 trat der Verein dem Untertaunusbund bei. In den folgenden Jahren fanden die ersten Beteiligungen an Turnplatzeinweihungen in der näheren Umgebung statt. Bei den Wetturnieren in Bad Soden, Hattersheim und Kriftel wurden die ersten Siege errungen. Die Sieger wurden unter Anteilnahme der gesamten Ortseinwohner immer gebührend gefeiert.

Beim 3. Verbandsturnfest des Obertaunusverbandes in Kelkheim im August 1889 waren unsere Turner auch erfolgreich.

1891 fand in Weilbach das 6. Bundesfest statt, bei dem wieder einige aktive Turner Siege erringen konnten.

1893 gründete unser Turnverein einen Spielmannszug. Er bestand aus einem Stabsführer, 2 Trommlern, 3 Hornisten und 3 Flötenspielern.

In den folgenden Jahren bis zur Jahrhundertwende herrschte ein reger Turnbetrieb. Fast alle Turnfeste der näheren Umgebung wurden besucht, ebenso die angesetzten Vorturnstunden. Das An- und Abturnen in jedem Jahr innerhalb des Vereins brachte neue Mitglieder. Nachdem die Turnstunden in den ersten Jahren meist am Sonntagvormittag stattfanden, wurde 1895 beschlossen 2 mal in der Woche und zwar Dienstags und Freitags 20:00 Uhr dieselben durchzuführen. Im Sommer fand der Turnbetrieb auf dem Turnplatz und in den Wintermonaten im Saal von Johann Neuhaus statt.

1896 beschlossen die Mitglieder eine Vereinsfahne anzuschaffen und noch im gleichen Jahre konnte diese eingeweiht werden. Im gleichen Jahr ist die Anschaffung eines Recks und eines Barrens verzeichnet.

1986 restaurierte Vereinsfahne

1897 fand am 18. Juli das Bundesturnfest in Falkenstein (Übungen waren: Freiweit, Stabhochsprung, Stemmen, Reck und Barren) statt. Von hier kehrten unsere Turner erfolgreich heim.

1901 war der Spielmannszug auf 10 Mann angewachsen.

1903 erfolgte der Übertritt zur Deutschen Turnerschaft. Aus dem Untertaunusbund wurde nun der Untertaunusgau.

1904 startete das erste Gauturnfest in Marxheim, auf dem auch unsere Turner vertreten waren. Von Jahr zu Jahr ging es nun im Verein aufwärts. Die Mitgliederzahl war bereits auf 45 gestiegen.

Ein erster, wirklich großer Höhepunkt im Vereinsleben war das Gauturnfest am 21. Juni 1907 hier in Hornau, das neben dem großen turnerischen Ereignis vor allen Dingen auch ein finanzieller Erfolg war. Der erzielte Reingewinn wurde zur Anschaffung von Turngeräten, vor allen Dingen einem Pferd, verwendet.

1911 wurde der Turnbetrieb vom Turnplatz auf dem Texas auf den Turnplatz am Stückes, inzwischen käuf-lich erworben, verlegt. Im gleichen Jahr konnte das 25jährige Jubiläum des Vereins in großem Rahmen begangen werden.

Beim Gauturnfest 1912 in Unterliederbach erzielten unsere aktiven Turner wieder beachtliche Erfolge. Beim Festzug erntete unser Spielmannszug lebhaften Beifall.

Das für 1914 geplante Gauturnfest in Flörsheim konnte durch den Ausbruch des
1. Weltkrieges nicht mehr zur Ausführung kommen. Fast alle unsere aktiven Turner wurden eingezogen, der gesamte Turnbetrieb mußte eingestellt werden.

Nach dem Krieg waren Turnstunden und Versammlungen durch die damalige
Besatzungsmacht verboten. Trotz des Druckes der Franzosen fanden sich wieder begeisterte Turner zusammen und Ende des Jahres 1919 zählte der Verein bereits wieder 60 Mitglieder.

1921 fand das Gauturnfest in Okriftel statt, bei dem wir uns wieder mit einer beachtlichen Zahl von aktiven Turnern beteiligen konnten.

1922 gründete unser Verein die erste Schülerabteilung, zu der damals 26 Schüler und Schülerinnen zählten.Inflation und Arbeitslosigkeit lasteten damals schwer auf dem Vereins- und Wirtschaftsleben.

Erst im Jahre 1925 fand wieder eine volle Entfaltung des Turnbetriebes statt. Auch wurde in diesem Jahr eine Frauenriege ins Leben gerufen. Unter der Leitung des Turnlehrers Sauer aus Griesheim wurden neben volkstümlichen sowie Geräteübungen vor allem der Volkstanz gepflegt. Die neu gegründete Faustballmannschaft konnte in den späteren Jahren manches Turnier erfolgreich bestreiten.

TuS Hornau beim 40jährigen Bestehen am 25. Mai 1926

1926 wurde der Turnplatz an der Rotlintallee von Valentin Müller gekauft und das angrenzende Grundstück des Mitgliedes Bernhard Müller im Tausch mit dem Turnplatz im Stückes gepachtet. Im Mai dieses Jahres fand auf dem neuen Turnplatz das 40jährige Jubiläum statt. Auf diesem Fest konnten wir zum ersten Male unseren späteren Ehrenvorsitzenden Herrn Dr. Richard Weidlich als Ehrengast begrüßen. Er gehörte nun ununterbrochen bis zu seinem Tode im Februar 1960 als Ehrenvorsitzender unserem Vereine an. Das Fest war für unseren Verein in turnerischer und finanzieller Hinsicht ein großer Erfolg.

Im April 1928 konnte eine Lagerhalle aus Heeresbeständen durch unser
beauftragtes Mitglied Konrad Herrmann für den Verein käuflich erworben werden. Mit großer Begeisterung der Mitglieder wurde in Selbsthilfe der Rohbau zur Vereinsturnhalle an der Rotlintallee erstellt. Schon am 8. August konnte in der neu errichteten Halle das Gründungsfest der freiwilligen Feuerwehr stattfinden. Beim Gauturnfest im Juli 1928 in Lorsbach nahm der Verein wieder teil. Bei allen Kinderturnfesten erzielten unsere Schüler und Schülerinnen beachtliche Siege.

Der Ausbau der Halle wurde in den Jahren 1929 – 1930 weiter betrieben. Den Abschluß bildete die Verlegung des Parkettbodens, der nun endlich einen
einwandfreien Turnbetrieb in einer Halle ermöglichte.

Bei einem Mannschaftskampf 1931 um die Dr. Richard Weidlich Plakette, beteiligten wir uns neben Turnverein Lorsbach, Flörsheim und Neuenhain.

Die politischen Umwälzungen brachten auch auf sportlichem Gebiet einschneidende Veränderungen. Aus dem früheren Kreis Mittelrhein wurde der Gau „Südwest“. Das erste Gaufest fand als Saarbefreiungsturnfest im August 1935 in Saarbrücken statt.

Die siegreiche Turnriege im Jahre 1929

Im Jubiläumsjahr 1936 war die Mitgliederzahl auf rund 100 angewachsen. Das 50jährige Stiftungsfest fand im kleinen Rahmen statt.

Am 26. Mai 1938 fanden zum ersten Male die Lorsbachtal-Kampfspiele statt, bei denen auch einige Turner unseres Vereins einen Eichenkranz erringen konnten.

In den Jahren bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde an vielen Wettkämpfen teilgenommen, viele Siege errungen, und das Vereinsleben war insgesamt gesehen sehr lebhaft. Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges im Jahre 1939 erlahmte jedoch das aktive Vereinsleben. Der Großteil der aktiven Turner wurde eingezogen. Im Jahre 1942 wurde schließlich jeglicher Turnbetrieb eingestellt, da die Turnhalle auf Anordnung der Wehrmacht zur Unterbringung von Ostarbeitern verpachtet wurde.

Bereits im Jahre 1913 wurde Hornau ein zweiter sporttreibender Verein gegründet, der sich Fußball-Club Hornau nannte. Der FC Hornau widmete sich hauptsächlich dem damals neuen Fußballsport. Die ersten Fußballspiele fanden auf dem Rettersacker, einem früheren Hornauer Besitztum in der heutigen Gemarkung Schneidhain, statt. Später wurden auch auf den Stückes-Wiesen Fußballspiele ausgetragen. Interessant ist, von alten Hornauern zu hören, dass es Engländer waren, die den Fußballsport nach Kelkheim brachten.

Die ersten Spieler des Fußball-Clubs Hornau 1915.

Von Links, obere Reihe: Anton Stephan, Karl Grimm, Niko-laus Schmitt, Johann Blei,
Wilhelm Caspari, Johann Witte-kind, Johann Müller, Fritz Steyer, Mathias Leuschner

Untere Reihe: Jakob Dietrich, Philipp Borsch, Peter Müller, Georg Steyer und Wilhelm Blei

Vor dem 1. Weltkrieg befand sich nämlich in der früheren Villa Am Taunusblick ein englisches Kurheim, in dem wohlhabende Engländer ihre Ferien verbrachten. Dort sah man zum ersten Mal dem Fußball zu. Die Jungen waren so begeistert davon, dass in Kelkheim und Fischbach bereits im Jahre 1912 Fußballvereine entstanden. Die Freude am Fußballspiel währte jedoch nur kurz. Durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges im Jahre 1914 kam sämtlicher Spielbetrieb zum Erliegen.

Nach dem Weltkrieg wurde von den Fußballern im Jahre 1919 mit dem Neubau eines Sportplatzes Am Reis begonnen. Der Platz wurde in Selbsthilfe und in
Handarbeit so hergerichtet, daß er im Jahre 1921 unter lebhafter Anteilnahme der Bevölkerung seiner Bestimmung übergeben werden konnte.

Nach Beendigung des 2. Weltkrieges im Jahre 1945 mußte die Turnhalle zur
Unterbringung von Heimatvertriebenen zur Verfügung gestellt werden. Auf
Grund einer Verfügung der damaligen Besatzungsmacht wurde der Name
Turnverein verboten und es durfte in unserem Stadtteil Hornau nur noch ein
sporttreibender Verein sein.

So kam es 1946 zu der Zusammenlegung des Turnvereins mit dem Fußball-Club
zum heutigen Verein der Turn- und Sportfreunde Hornau.

In den darauffolgenden Jahren war das Bemühen um eine sportliche Aktivierung sehr erschwert, fehlte es doch an allem. Die Turnhalle in der Rotlintallee diente zunächst lange Zeit der Unterbringung von Fremdarbeitern und wurde danach noch jahrelang zur Unterbringung von Flüchtlingen verwendet. Im fußballerischen Bereich fehlte es neben Trikots, Hosen, Stutzen vor allem an geeignetem Schuhwerk. Es dauerte doch Jahre, bis sich wieder Gruppen gebildet hatten, die unter den noch immer schwierigen Umständen eine sportliche Belebung zu erreichen suchten.

Auch eine Mandolinengruppe bildete sich in diesen Jahren bei der TuS Hornau. Im Jahre 1947 machte sie einen Ausflug zur Saalburg bei Bad Homburg v. d. Höhe.

Unter der rührigen Leitung unseres Schriftführers Erich Feicht wurde 1949 eine Theatergruppe ins Leben gerufen, die in den folgenden Jahren recht beachtliche Theaterstücke aufführte, die in der näheren und weiteren Umgebung großen Anklang fanden.

Im gleichen Jahre konnte die alte Radfahrabteilung wieder neu gegründet werden. Sie erzielte unter der umsichtigen Leitung von Turnbruder Karl Leicht in den nächsten Jahren schöne Erfolge und verschönerte durch ihre Darbietungen manche Veranstaltung.

Unsere Fußballmannschaften hatten einen ersten großen Erfolg im Jahre 1951, in dem sie Meister der B-Klasse wurden und damit in die A-Klasse aufstiegen. 1953 konnte das 50-jährige Fußballjubiläum mit einer Fußball-Werbewoche festlich begangen werden.

Das Jahr 1961 stand ganz im Zeichen des 75jährigen Vereinsjubiläums. In der Zeit vom 29. bis 31. Juli fand auf dem Festplatz an der Turnhalle Hornau die 3-tägige Festveranstaltung statt. Getreu seiner stolzen Tradition hat der Turnverein 1886 Hornau stets auf dem Gebiet der Leibeserziehung und der Jugendertüchtigung fruchtbar und erfolgreich im Sinne von Turnvater Jahn gewirkt.

1964 konnte auch der Ausbau unseres Sportplatzes Am Reis in Angriff genommen werden. Erstmalig war es unseren Fußballern möglich, nach einem Spiel eine Duschanlage in Anspruch zu nehmen. Mit dem Bau eines Lehrschwimmbeckens wurde der geplante Ausbau um eine weitere Einrichtung bereichert und führte im Verein zu einem außergewöhnlichen Betrieb. Die Mitgliederzahl stieg sprunghaft in die Höhe. Es gab zu dieser Zeit in Kelkheim nur in diesem kleinen Lehrschwimmbecken, ursprünglich gedacht für den Verein von ca. 200 Mitgliedern, eine Gelegenheit, das Schwimmen zu erlernen. Zur Einweihung des Schwimmbades des TuS Hornau e.V. am Reis 1967 gestaltete die Kunstradgruppe am Schwimmbad eine Vorführung.

Damit hatten und haben wir neben der alten Vereinshalle an der Rotlintallee, die wir zwischenzeitlich ebenfalls renovierten und in der sich unsere Abteilung Tischtennis sehr stark entwickelte, eine Turnhalle und ein gut ausgebautes Sportgelände Am Reis zur Verfügung. Eine Flutlichtanlage, die wiederum in Selbsthilfe erstellt wurde, machte es auf dem Sportgelände möglich, auch in den Abendstunden zu trainieren.

Der Verein der Turn- und Sportfreunde Hornau hat in den vergangenen Jahren eine außergewöhnlich gute Entwicklung erlebt. Der Vorstand, der besonderen Wert auf den Breitensport legt, wurde in seinen Bemühungen auch durch die allgemein propagierte Bewegung des Trimmens und der Freizeitgestaltung mit Sport unterstützt. Gerade in dieser Zeit wurde von vielen unserer Mitbürger erkannt, dass Sport nicht nur Leistungssport sein muss, sondern, spielerisch betrieben, auch für Jugendliche und ältere Menschen von großer Bedeutung ist. So entstanden im Verlauf der Jahre Abteilungen wie Fußball, Basketball, Volleyball, Tischtennis, Kinderturnen, Damen- und Herrengymnastik u.a., in denen auf breiter Basis und in allen Altersklassen Sport betrieben wird. Aus dieser Breite hat sich, fast unvermeidlich, in allen Abteilungen eine erstaunliche Leistungsspitze entwickelt.

Durch den enormen Betrieb auf unserer Sportanlage konnte es nicht ausbleiben, dass im Jahre 1921 in Selbsthilfe erstellte Spielfeld der großen Belastung nicht mehr standhielt. So versuchten wir, gemeinsam mit der städtischen Körperschaft, eine für alle tragbare Lösung zu finden. Beim Magistrat und den Stadtverordneten der Stadt Kelkheim wurde in vielen Gesprächen die Überzeugung gewonnen, daß die Schaffung eines Hartplatzes, wie er heute in vielen Gemeinden gebaut wird, auch für uns die rechte Lösung sei. Der Ausbau – im Jahre 1975 begonnen – konnte, programmgemäß bis zu unserer Festwoche aus Anlaß des 90jährigen Bestehens des Vereins, am 5. Juni 1976, fertiggestellt werden. Am 14. April 1977 begann man mit dem Abriss der Turnhalle in der Rotlintallee. Leider wurde bis heute noch kein gleichwertiger Ersatz, trotz größter Bemühungen seitens des Vorstandes und der Stadt Kelkheim, gefunden.

Die neue Vereinsfahne zum 100jährigen Jubiläum

Im Jahre 1986 standen schwierige Verhandlungen mit Vertretern der Stadt Kelkheim auf dem Programm, bis der Verkauf des Grundstückes der alten Turnhalle in Hornau – auch nach Einberufung und Abstimmung einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung – unter Dach und Fach war. In diesem Jahr wurde zusammen mit der SG Kelkheim das 100-jährige Vereinsjubiläum gefeiert.

Mit dem Ertrag aus dem Grundstücksverkauf, Zuschüssen der öffentlichen Hand und zahlreichen Mitgliederspenden wurde ab 1987 der Erweiterungsbau des Clubheims betrieben; ein Gebäude, das zur Landschaft passen sollte. Mit viel Holz, Rauhputz und Glas sollte gearbeitet werden und ein rotes Ziegeldach schon von weitem zu sehen sein. Doch ganz so einfach und vor allen Dingen so schnell ging die Sache nicht über die Bühne. Bereits seit Ende der 70er Jahre hat die TuS Hornau mit der Stadt Kelkheim über Erweiterung und Neubau des Hauses verhandelt. Doch immer wieder standen schier unüberwindliche Probleme im Weg. Dann war es
soweit: „Mit dem neuen Vorsitzenden Wolfgang Zengerling konnte Einigkeit über das Bauprogramm erzielt werden“, betonte Bürgermeister Dr. Winfried Stephan bei der Pressekonferenz. Im Detail sollen die Sportler beim Duschen und Umkleiden künftig mehr Platz haben. An größere Aufenthaltsräume ist ebenso gedacht wie an neue WC-Anlagen. Die sportlich-funktionellen Räume (Geräte- und Gymnastikraum) sollen auch größer und schöner werden.

Am 1. Juli 1988 wurde unter der Teilnahme zahlreicher Prominenz und vieler Mitglieder die Einweihung eines Gebäudes gefeiert, das in Art und Ausstattung in näherer und weiterer Umgebung wohl ohne Beispiel ist.

In Betrieb genommenes neues Clubheim

1989 stand die Erneuerung des Fußball-Hartplatzes an, kein leichtes Unterfangen angesichts sich langsam leerenden öffentlichen Kassen, aber auch diese Aufgabe wurde gemeistert. Auch die Tennisspieler kamen nicht zu kurz, ihre Plätze wurden 1990 mit Kunstrasen und Quarzandfüllung belegt, und gegen eine geringe Gebühr können alle Vereinsmitglieder und auch ihre Gäste den weißen Sport betreiben. An den Nachwuchs wurde ebenfalls gedacht, als 1991 der Kinderspielplatz überholt und mit neuen Spielgeräten ausgestattet wurde. Zur besseren Orientierung bei Dunkelheit wurde 1992 eine neue Zuweg- und Parkplatzbeleuchtung installiert.

Eine nicht billige Angelegenheit war im Jahre 1993 die Umstellung von Propan- auf Erdgas im Clubheim, ebenso wie die Erneuerung der Flutlichtanlage für die Hart-, Basketball- und Tennisplätze. Im gleichen Jahr wurde in Eigenhilfe die alte Flutlichtanlage des Rasenplatzes entsorgt. 1995 wurde mit hohen Kosten das Schwimmbad komplett erneuert und erfreut sich in den Sommermonaten nach wie vor großer Beliebtheit bei jung und alt.

Im 111. Jubiläumsjahr, in dem der Verein mehr als 1700 Mitglieder zählte, schauen wir mit Optimismus in die Zukunft und hoffen, daß der Verein – gerade auch durch die Arbeit engagierter Vorstandsmitglieder – seinen angemessenen Platz im kulturellen, sozialen und sportlichen Leben der Stadt Kelkheim behalten und zum Wohle seiner Mitglieder ausbauen kann.